Ich denke gerade darüber nach, ob ich mich für den Marathon 2007 anmelden soll. Letztes Jahr habe ich mich schon mal angemeldet - das sollte eine Motivation für mein Lauftraining sein. Bis zum Marathon ist es dann allerdings leider nicht gekommen. Neues Jahr, neues Glück?
Ich habe damals ein paar Zeilen zu dem Thema geschrieben, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Hier sind sie also nun:
24.12.2005
Da liegt er nun also, der Pulsmesser F-55 von Polar. Ich habe ihn mir zu Weihnachten gewünscht, da ich - dank Job und Hund - in letzter Zeit verdammt wenig Sport getrieben habe. Böse Zungen könnten auch behauten, ich habe gar keinen Sport getrieben. Der F-55 ist eins der neuesten Geräte aus dem Hause Polar. Es misst nicht nur den Puls, man kann ihm auch sagen wer man ist (Geschlecht, Alter, Gewicht, Größe..) und er errechnet einem sein ganz persönliches Trainingsprogramm. Nur laufen muss man noch selber, was eigentlich blöd ist. Sollte Polar da in den kommenden Jahren was Neues auf den Markt bringen, ich wäre der erste Käufer. Eigentlich finde ich, seien wir doch mal ehrlich, ist Laufen nämlich ziemlich stupide und langweilig. Auch die von Fitness-Pabst Ulrich Strunz so viel gelobten Glückshormone habe ich auf meinem Weg durch den Kölner Stadtpark noch nicht getroffen, aber vielleicht laufe ich einfach zu einer Zeit, in der die Hormone gerade Pause haben, oder so was in der Richtung.
Aber da für Mannschafts-Sportarten einfach keine Zeit ist, renne ich nun seit einem Monat um mein Leben durch den Park. Und damit das nicht all zu langweilig wird, habe ich mir halt diese Pulsuhr gewünscht, weil man damit seinen Trainingserfolg nicht nur messen kann, man kann ihn auch noch auf den PC hoch laden, wo man dann richtige Trainingsübersichten erstellt bekommt. Genau das richtige Spielzeug für den Chef, ick freu mir!
25.12.05
Das erste Programmieren des Pulsmessers ist eine kleine Wissenschaft für sich. Die erforderlichen Eckdaten müssen eingegeben werden, dann wird anhand eines speziellen Fitness-Tests der so genannte “Own-Index” ermittelt. Na klar, wird alles vorschriftsmäßig erledigt, dann lass das Ergebnis mal kommen, Du Pulswunder-Gerät.
Der Pulsmesser spuckt eine Zahl aus. Own-Index: 39. Na bitte, was auch immer das bedeuten mag. Und zwei kleine Worte: “Na ja!”
Wie, na ja? Was heißt denn bitte hier na ja? Muss ich mich von einer Uhr annajahen lassen? Was glaubt denn die, wer sie ist? Her mit dem Handbuch, vielleicht ist die Batterie ja leer oder so was in der Richtung. Nö. Die Batterie ist in Ordnung und auch sonst fehlt es der Uhr an nichts. Die Uhr hat lediglich erkannt, dass es um meinen Fitness-Stand nicht all zu gut bestellt ist. Na ja, eben.
Ok, ich habe verstanden. Dann ab auf die Piste, ich bin ja jetzt schon einen Monat gelaufen. Jetzt zeigen wir der Uhr mal, wo der Hammer hängt. Sie wird begeistert sein. Und um diesen Sieg gegen die Technik auch gebührend zelebrieren zu können, wird meine Freundin Angela gleich mit in den Wald geschleppt. Joggen ist gesund und man produziert jede Menge Glückshormone - das weiß doch jeder.
Wir laufen dreißig Meter, die Uhr fängt wie wild an zu piepsen. Was will sie? Wir laufen zu schnell, der Puls ist viel zu hoch. Also laufen wir langsamer. Die Uhr piepst immer noch. Noch ein bisschen langsamer. Piepsen. Also, noch langsamer zu laufen bedeutet rückwärts gehen. Piepsen. Ein kleiner Junge fragt seine Mutter (kein Scherz, das war echt so): “Mutti, warum laufen die so langsam?” Die Mutter: “Keine Ahnung, vielleicht liegt denen der Weihnachtsbraten noch im Magen.” Grrr. Dass die Leute ihre Kinder nicht erziehen können. Das ist halt laufen unter dem stengen Auge der Wissenschaft. Im aeroben Bereich nämlich, exakt auf meine körperliche Verfassung zugeschnitten. Optimales Training. Tja - davon verstehst du nix, du kleiner Scheißer. Aber du hast ja auch keine Pulsuhr. Angela fängt an, neben mir her zu gehen. So langsames laufen sei sie nicht gewöhnt. Na super. Mir doch egal, meine Uhr sagt, das ist gut für mich. Ich laufe weiter.