Der Mediamarkt hat einen Sonderverkauf für das neue World of Warcraft - Addon „The Burning Crusade“ veranstaltet. Zwischen 24.00 - 02.00 Uhr sollten die Spielerweiterungen verkauft werden. Sollten. Ungefähr 1.000 Streiter aus Horde und Allianz versammelten sich also gegen Mitternacht vor den Toren des Mediamarkts für einen gildenübergreifenden Run auf das Kaufhaus.
Von Seiten des Mediamarkts hat man offensichtlich nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet, denn im Laden schien man mit der Situation völlig überfordert. Als um kurz vor eins noch immer kaum jemand ein Spiel in den Händen hielt, wurde die Menge unruhig. Unter Gejohle der wartenden Meute ging eine Scheibe zu Bruch und ein verzweifelter Mitarbeiter des Kaufhauses versuchte die aufgebrachte Menge zu beschwichtigen. Wenig erfolgreich.
Gegen viertel nach Eins fuhr der erste Krankenwagen auf die Hohestrasse und als wir uns gegen halb zwei entschlossen, das Szenario ohne Spiel zu verlassen, rückte auch ein Einsatzwagen der Polizei an.
Wie kann es sein, dass der Mediamarkt derart unorganisiert eine Sonderveranstaltung durchführt? Weltweit gibt es aktuell mehr als acht Millionen Warcraft-Spieler, viele warten seit Monaten sehnsüchtig auf die Spielerweiterung, die zu diesem frühen Zeitpunkt nur in wenigen deutschen Märkten ausgegeben wurde. Nicht zum ersten Mal ist es bei einer solchen Veranstaltung zu Unruhen gekommen. Die Situation war absehbar, die zu erwartende Gefährdung der Sicherheit hätte durch den Veranstalter im Vorfeld mit einfachen Mitteln minimiert werden können.
Würde ich in meinem Job derart unprofessionell die Sicherheit von Darstellern und/oder Zuschauern gefährden, würde ich dafür ziemlich sicher zur Rechenschaft gezogen werden.
Zum Glück scheint die ganze Geschichte noch einigermaßen glimpflich abgelaufen zu sein. Aber eine Glanzleistung von Seiten des Mediamarktes war das sicher nicht.