Ich mag Fußball nicht. Und ich glaube inzwischen, Fußball mag mich auch nicht. Wir haben es miteinander versucht. Ich habe mir die WM im Fernseher angesehen und sogar extra zu diesem Zweck auf Teneriffa ein Trikot der Deutschen Nationalmannschaft erworben (Michael Ballack, Rückennummer 13, viel zu teuer. Ich weiß! Aber einen anderen Spieler gab es im Spanischen Devotionalienhandel nun mal nicht). Ich war im Stadion - einmal sogar mit passendem FC-Fanschal. Egal welcher Verein auf dem blöden Rasen gestanden hat: Er hat verloren. Oder zumindest Unentschieden gespielt. Macht aber nichts, denn ich bin ja wie gesagt eher peripher an dem Spiel interessiert und meistens eher unfreiwillig Zuschauer. Mich ärgert nicht, dass der 1. FC Köln sich in der zweiten Liga scheinbar so unglaublich wohl fühlt. Mich ärgert nur, dass die Typen trotzdem noch so viel Kohle damit verdienen, das Runde in das Eckige zu kicken. Oder eben halt nicht zu kicken. Tore fallen auch keine (Hallo? Ein 2:1 ist doch kein Ergebnis. Und für so einen Spielausgang muss man schon Glück haben! Also bitte.) Dieses schon vom Prinzip her völlig uninteressante Spiel kann meiner Meinung nach nur durch folgende Schritte aufgewertet werden:
1. Sofortiges Abschaffen der Abseitsregel.
2. Verringerung der Feldgröße um etwa die Hälfte.
3. Ausgabe von Baseball-Schlägern an die Spieler. Das Konzept "Brot und Spiele" war schon damals ein Publikumsmagnet.
Und jetzt naht die EM. Dank in mir keimender, tiefgründiger Verzweiflung und in der Hoffnung, mir selbst dadurch ein Schnippchen zu schlagen, habe ich vor einiger Zeit großspurig verlauten lassen: Ich kaufe mir ein Panini-Sammelalbum. Es gibt 535 Bilder, 5 Stück kosten 0,60 Euro oder so. In 45 Tagen, 1 Stunde, 43 Minuten und 36.., 35.., 34 Sekunden geht's dann los mit der EM. Ich werde etwa 300 Euro in Klebebildchen investiert haben und mich wahrscheinlich ähnlich langweilen, wie bei bisherigen Fußball-Ereignissen. Nur dass die Spieler dann für mich nicht mehr alle Ballack, Kahn oder (Achtung jetzt:) Yves Eigenrauch heissen (den kenne ich nur, weil wir mit dem mal gedreht haben. Ist ganz nett). Ich glaube, gleich tu ich's. Gleich gehe ich in den Kiosk meines geringsten Mißtrauens und kaufe mir so ein Heft und das erste Päckchen doofe Klebebilder!
Notiz an mich selbst: Yves Eigenrauch wollte mir die Autogrammkarte von sich schicken, die er nach eigenen Angaben noch auf seinem Dachboden liegen hat (nicht für mich. Die wollte ich für Wilma, ihres Zeichens meine damalige Schwiegermutter in Spé und großer Yves Eigenrauch-Fan..). Der Dreh war vor zwei Jahren - da müsste die Karte ja quasi stündlich bei mir eintreffen!
- to be continued -